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 ForumIndex  »  Törnberichte und Reviere  »  Ostsee 2012 - Mit AVALON um Hiddensee
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Administrator

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Nachrichten : 1529

Nicht nur Martin (maler) hat in den letzten Tagen die Zeit gefunden, seinen Sommertörn in Worte zu fassen....

Sorry, ist ein kleiner Roman geworden.
Viele Grüße
Reinhard

Ostsee 2012 - Mit "AVALON" um Hiddensee.


Eigentlich wollten wir schon im Juni zur Ostsee. Und uns zusammen mit Freunden aus unserem Segelverein mit ihrer "Mücke" zu einem gemeinsamen Start in Barth treffen. Leider haben aber Wetter und die Gesundheit wochenlang nicht so richtig mitgespielt, so dass wir unseren Urlaub immer wieder nach hinten verschoben haben. Unsere Freunde von der "Mücke" waren terminlich auf eine Ferienwohnung festgelegt, so dass sie schon wieder zuhause waren, als wir endlich gestartet sind. Schade - das hätte schön werden können...

Am Montag, dem 6. 8. 2012 haben wir der Arbeit dann endlich adieu gesagt und sind in aller Frühe um halb fünf in Richtung Ostsee gestartet. Nach ein paar kleinen Pausen sind wir mittags um 13:30 gut in Barth angekommen. Weil wir angemeldet waren, konnten wir noch am gleichen Nachmittag unsere "AVALON", eine TES 678 BT ins Wasser kranen und reisefertig machen.
Kranen in Barth

Die nächsten zwei Tage waren leider noch von Wetter-Ausläufern der letzten Wochen geprägt und bei Windstärken von 6-8 Bft. war an ein Auslaufen in Richtung Hiddensee nicht zu denken. Hafentage waren angesagt. Ecken von Barth, die wir in den letzten Besuchen noch nicht gesehen hatten, wurden erkundet, Eis gegessen, wieder mal bei den Vietnamesen shoppen gegangen und abends im Restaurant des Barther Segelvereins etwas Gutes von der Speisekarte genossen.

Ein eigenes Auto nebenan stehen zu haben ist bei solchem Wetter Gold wert, und so wurde der nächste Tag zu einem Ausflug und um den Saaler Bodden genutzt. An der Ostseite des Boddens ging es über kleine Straßen durch noch kleinere Örtchen, deren Namen man teilweise aus den Seekarten kennt, nach Ribnitz-Damgarten. Hier gibt es das Bernstein-Museum, in das man nach Zahlung von 8,50 Euro pro Person hineinkommt. Uns hat es dort nicht gefallen. Zuwenig interessante Exponate, zuviel theoretische Informationen, insgesamt ziemlich klein. Unser Tip für alle, die Bernsteine sehen (und vielleicht auch kaufen) wollen, ist die "Schaumanufaktur Ostseeschmuck", die sich rund zwei Kilometer vor Damgarten in einem blaugelben dreieckigen Gebäude an der B105 befindet. Vom rohen "BernStein" bis zum fertigen Schmuckstück gibt es viel zu sehen und man kann den Künstlern bei der Arbeit auf die Finger gucken.

Weiter ging es über Wustrow, das Künstlerdorf Ahrenshoop (naja - von Künstlern keine Spur, nur viel Touristenrummel, uns eingeschlossen) nach Prerow, wo wir dem Seegasthof "Am Hafen" einen Besuch abstatteten. Das Essen war wieder einmal hervorragend und weil wir mittags da waren, wurden wir auch von den Mücken verschont, die uns beim letzten Besuch abends so gepiesackt hatten. Kurz vor Barth stand noch ein kurzer Strandbesuch in Zingst auf der Route und am späten Nachmittag waren wir wieder an Bord.
Vor Barhöft
Donnerstag war mit NW 4-5 Bft endlich "unser" Wind da, mit dem wir in Richtung Hiddensee aufbrechen konnten. Beim morgendlichen Brötchenholen gab es noch heisse Tips von reviererfahrenen Seglern, die uns warnten, direkt nach Vitte durchzusegeln. Da wäre am Nachmittag zu dieser Zeit ganz bestimmt der Hafen brechend voll und wir würden voraussichtlich keinen Platz mehr bekommen. Besser wäre es, eine Nacht in Schaprode zu verbringen um am nächsten Morgen dann nach Vitte einzulaufen, wenn die Besucher vom Vortag zu neuen Zielen aufgebrochen seien.

Abends in Schaprode

Na denn - Leinen los um viertel vor zehn und mit dem richtigen Wind über den Barther Bodden, durch die Grabow und vorbei an Barhöft in sechseinhalb Stunden bis nach Schaprode gesegelt. Bei der Ansteuerung von Schaprode muss man darauf achten, dass man den Hafen von Norden aus durch die Ansteuerungstonnen Sch1 bis Sch6 anfährt; direkt quer vom Hiddenseefahrwasser aus läuft man sonst kurz vor dem Hafen auf eine Untiefe. Aber auch direkt in der Hafeneinfahrt sollte man aufpassen, besonders wenn die Fähre kommt, denn dann wird es eng und an der rechten Seite wird es schnell ziemlich flach. Für uns mit dem hochklappenden Kielschwert kein Problem...

Im Hafen selbst sind einlaufend an der linken Seite moderne Stege vorhanden, von denen man nicht unbedingt die vorderen wählen sollte, bei Wind aus NW-lichen Richtungen steht etwas Schwell im Hafen, da liegt man weiter hinten ruhiger. Einen Toiletten/Duschen-Schlüssel gibt's beim Hafenmeister gegen 20 Euro Pfand und man muss den dann am Tag der Abfahrt bis morgens um 10 Uhr wieder abgeben. Also nicht zulange schlafen! Interessant ist auch, dass es im modernen Sanitärgebäude ziemlich klein geratene Toilettenräume, aber einen großen Aufenthaltsraum gibt - das hätte man besser umgekehrt geplant. Der Ort selbst ist nicht wirklich sehenswert, ein paar schnuckelige Häuschen, viele Parkmöglichkeiten für Hiddensee-Urlauber, das ist es eigentlich. Wir haben in der "Alten Schule" gut gegessen, da ist es gemütlich und bezahlbar.

Wie geplant sind wir am nächsten Tag früh aufgestanden (wegen dem Schlüsselpfand ) und sind in einer guten Stunde nach Vitte auf Hiddensee weitergefahren.

Freunde in Vitte

In Vitte waren wir verabredet mit der "Testarosa"-Crew, die mit ihrer baugleichen TES 678 BT aus Kröslin kamen. Wir hatten uns zum letzten mal vor zwei Jahren in Stralsund gesehen und es gab viel zu erzählen. Das Wetter meinte es gut mit uns und abends wurde bei Bier und Wein der Grill angeworfen. Der Abend wurde sehr gemütlich und je dunkler es wurde, desto mehr Spass hatten wir. Das lag auch an den vielen guten Wünschen, die uns bei jeder Sternschnuppe durch die Köpfe gingen. Wir hatten das Glück, dass gerade an diesem Tag der Hauptschwarm des jährlich wiederkehrenden Perseiden-Meteoritenschwarms über den wolkenlosen Himmel zog und viele, viele Sternschnuppen fielen.

Die nächsten Tage genossen wir unseren Aufenthalt auf Hiddensee. Mit geliehenen Fahrrädern ging es von Vitte aus an der Ostseite in Richtung Kloster und weiter zum Enddorn, dem nordöstlichen Ende von Hiddensee. Dort wurden wie immer Steine gesammelt, leider gab es diesmal kaum Hühnergötter (egal, zuhause gibt es dafür schon 'ne Menge) und Baden konnte man auch nicht besonders gut. An dieser Stelle ist kaum Sandstrand, das Wasser ist voller Steine, durch die zu Laufen keinen Spass macht. Aber im Sand liegen und faulenzen, ja, das geht gut.

Zu unseren "Testarosa"-Freunden gesellte sich noch ein weiteres Pärchen aus Berlin und wir hatten zusammen einen gemütlichen Abend mit gutem Essen direkt hinter den Dünen am Strand in der "Buhne XI". Mit Fahrrädern wurde am nächsten Tag das südliche Hiddensee besucht. Vorbei am Hotel "Heiderose" über Neuendorf radelten wir bis zum Gellen, "Rehe" haben wir dabei nicht gesehen. Am Strand wurde der Windschutz aufgestellt, die Decke ausgebreitet und die Ruhe und das Rauschen der Wellen genossen. Ja, gebadet haben wir auch, aber es war saukalt.

Kultur gibt es auf Hiddensee auch. Manchmal sind sogar wir interessiert und so haben wir uns für eine Besichtigung des "Asta Nielsen"-Hauses "Karusel" (das ist kein Tippfehler, sondern dänisch für Karussell) angemeldet. Mit rund zwanzig anderen Besuchern wurden wir durch das Haus geführt, in dem sie damals auf Hiddensee lebte und bekamen einiges aus dem Leben der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts sehr bekannten Schauspielerin erzählt. Ebensoviel wurde über den Architekten des Hauses, seine sonstigen Objekte und seine Verwandschaft zum Besten gegeben - naja, wen's interessiert. Leider ist das Gebäude leer, es gibt (ausser einem eingemauerten Kamin) keine Möbel und sonstigen Einrichtungsgegenstände und so beschränkt sich die Besichtigung auf das langsam verfallenden Gebäude selbst und die Erzählungen der Dame, die durch das Haus führte.

Im Jasmunder Bodden
Weil das Wetter passte und wir nicht nur auf Hiddensee bleiben wollten, legten wir am Dienstag nach dem Frühstück um halb zwölf ab in Richtung Ralswiek. Der Wind war mit NO 3 gar nicht so schlecht und nach etwas Motoren zwischendurch kamen wir bei schönem Wetter pünktlich zum Kaffee um vier Uhr in Ralswiek an.

Wir hatten Glück - unsere Stegnachbarn, die uns beim Anlegen geholfen haben waren gerade in Begriff an Land zu gehen und Karten für die Abendvorstellung des Störtebekers zu besorgen. Die kannten sich hier aus und waren so freundlich, uns ein paar Karten mitzubringen. Viele Plätze gab es nicht mehr, aber für 21 Euro pro Person waren damit für uns noch vier nebeneinanderliegende Plätze im hinteren Teil der Tribüne reserviert.
Ralswiek - Festspiele von See aus
Auf dem Weg zur Vorstellung bekamen wir hautnah mit, was diese Festspiele für Ralswiek bedeuten. Es war mitten in der Woche und es war Kirmes pur. Da tobte der Bär. Je näher wir dem Festspielgelände kamen, desto mehr Fressbuden, Bierbuden, Klimbim-Kaufbuden, Andenkenbuden und was man sich sonst noch alles vorstellen kann waren an den Straßen und Plätzen aufgebaut. Und es wimmelte von Besuchern. Grob geschätzt bot die Zuschauertribüne Platz für rund 10000 Menschen - und die trieben sich vor und nach der Vorstellung alle hier rum...

Die Veranstaltung selbst war sehenswert. Piraten und ehrenwerte Bürger ritten in Gruppen über die Bühne; die Kulissen bestanden u.a. links aus einem friesischen Dorf mit Windmühle, rechts war ein komplettes Rathaus mit Türmen aufgebaut. Dazwischen war je nach Szene eine Kirche, eine Hinrichtungsplattform oder sonst etwas sinnvolles passendes vorhanden. Hinter dieser Bühne war direkt das Ufer des Ralswieker Boddens, auf dem von Zeit zu Zeit etwas verkleinerte Ausführungen von Hansekoggen ihre vorbestimmten Bahnen absegelten und an- und ablegten. Im friesischen Dorf waren die ganze Vorstellung über ein Heer von Komparsen damit beschäftigt, "Leben" darzustellen, mit Wäsche waschen, zusammenzulegen, Mühlsäcke zu tragen, über Aufzüge in obere Etagen zu befördern, herunterzuwerfen und sich in einem Biergarten zu vergnügen. Natürlich kam auch die Action nicht zu kurz, Gebäude wurden angezündet, aus dem Rathaus wurde eine Ecke regelrecht herausgesprengt, Koggen gingen in Flammen auf - man kam auf seine Kosten. Nur sollte man frühzeitig seine Karten kaufen; unsere Plätze waren eigentlich zu weit weg vom Geschehen.

Die wenigen Häuser von Ralswiek hatten wir schon am Ankunftstag gesehen, von einer Besichtigung des Hotel-Schlosses versprachen wir uns nicht allzuviel, und verliessen wir um halb elf bei NO 4 wieder den kleinen Hafen, der vermutlich nur für Festspielbesucher angelegt wurde.

Nach rund fünf Stunden legten wir wieder im Hafen "Lange Ort" in Vitte an. Nach kurzer Zeit kamen unsere Stegnachbarn vom Landgang zurück und wunderten sich über "merkwürdige fremde Leute" auf ihrem Nachbarschiff - wir mit unserer "AVALON". Die Sache klärte sich aber schnell auf. Bis heute vormittag lagen hier noch unsere Freunde mit der "Testarosa", sie sind dann in Richtung Mön aufgebrochen. Und jetzt waren wir da - mit einem baugleichen Schiff, wenn man nicht ganz genau hinsieht, fallen die Unterschiede kaum auf; auf gleichem Liegeplatz - nur eben mit einer anderen Besatzung.

Nordspitze Hiddensee
Den Rückweg traten wir diesmal auf neuem Kurs an. Das Wetter war gut, und wir nahmen Kurs auf Barhöft - aussen um Hiddensee herum. Von dieser Seite kannten wir die Insel noch nicht. Bis zur Nordspitze mit dem Leuchtturm "Dornbusch" konnten wir gut segeln, dann schlief langsam aber sicher der Wind ein. Auf Südkurs vor dem endlos langen Sandstrand liessen wir uns vom Motor schieben, sonst wären wir nicht mehr von der Stelle gekommen. Wir schlichen uns langsam an den Badestrand vor Neuendorf heran, bis das Kielschwert am Grund kratzte - einmal wollten wir doch nochmal vom Schiff aus baden. Anker geworfen, und ab ins Wasser. Brrrr - es war saukalt; nichtmal für eine Runde um's Schiff hat es gereicht. Einmal kurz die Badeleiter losgelassen und sofort wieder zurück ins Warme, das wars's.

Dann zwischen Gellen und Bock durch, an Barhöft vorbei und die Welt ging unter. Kurz hinter Barhöft kam der große Regen. Wir sind im Blindflug motort, die Tonnen waren kaum zu sehen und eigentlich nur unter Zuhilfenahme des GPS auszumachen. Schön war dieser Abschluss nicht, der einzige Regen dieses Törns, aber wir sind feucht, aber ohne Probleme in Barth eingelaufen. Der folgende letzte Tag des Törns wurde zum Zusammenbauen genutzt und die Heimfahrt nach einer Übernachtung auf dem Trailer angetreten.
Route


(Ich habe mir mal einfach erlaubt, auf Bilder aus unserem Fotoalbum zurückzugreifen. Manche Bilder sind nicht von mir, sondern von LuTse, danke!)


O 23.12.2012 um 20:06 Uhr Offline Profil Email www Private Nachricht
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Nachrichten : 38

hallo reinhard,

echt ein super bericht über euren törn!
hat echt spaß gemacht zu lesen!...da hat sich jemand mächtig zeit genommen beim schreiben

gruß martin

lebe jeden tag so gut du nur kannst...
O 25.12.2012 um 14:13 Uhr Offline Profil Private Nachricht
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