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Thema:  Schwert
Schreibdatum:  21.04.2014 um 21:06 Uhr

Nachricht:
Mal ein paar Impressionen vom Fortgang der Arbeiten... Ich habe unsere Betriebsferien genutzt, um die Werkshalle wieder mal in eine Werft zu verwandeln. für grosses Bild hier klicken AVALON steht hoch und trocken auf ein paar Europaletten und wird oben vom Kran gehalten. Eigentlich sollte das Schwert gewechselt werden, an das ich vor einiger Zeit schon das Schwertfall angespleisst hatte. Von Fotos wusste ich (glaubte ich zu wissen :-o ), wo die Schraube sitzt, die die Schwertmimik hält, also wurde dort ein rundes Loch gebohrt, durch das ich die Sechskantnuss ansetzen wollte. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass bei baugleichen Booten der Salontisch abgebaut wird, um an die Schrauben zu kommen. Weil ich dafür meinen Fussboden rausreissen müsste und auch den Tisch nicht ohne ihn zu zerstören auseinandernehmen konnte, hatte ich mich für die Löcher entschieden, die bei anderen Bauausführungen schon ab Werk vorhanden sind. Tja - leider ist meine Schraube wohl etwas nach vorne verrutscht: für grosses Bild hier klicken Jetzt musste leider das Loch erweitert werden, sogar soweit, dass auch das GFK vom Vorschiff mit aufgesägt werden musste: (hier ist die Schraube schon draussen) für grosses Bild hier klicken Anders wäre die Schraube nicht herauszubekommen gewesen. Die Steuerbordseite sieht übrigens genauso aus... Die Schraube und auch die Mutter waren gut verschraubt und dicht verklebt; es bedurfte einer stabilen Sechskant-Nuss mit einem halben Meter langen Rohr als Verlängerung der Knarre, um sie nach weitgehendem Wegschneiden des Klebers (mit einem Teppichmesser) zu lösen.
Zitat:

...Idee:
Raus kommt das Schwert möglicherweise von alleine, wenn man schon auf dem Trailer die Befestigungsschraube gelöst hat und dann das Boot mit dem Kran hochzieht.
Wenn nicht, dann das Boot in den Kran hängen, das Schwertfall oben über eine Winsch legen und langsam fieren, während unten kräftig gerappelt wird...
Dann ist es draussen....
Haha :-? Wenn es denn so einfach wäre... Noch ist es drinne und denkt gar nicht daran, rauszukommen. Sch.... So sieht es direkt an der Halterung von unten aus (hinten ist links): für grosses Bild hier klicken Auf den Bildern, die ich hier habe, ist mir aufgefallen, dass die Schwerthalterung so tief drin sitzt, dass sie möglicherweise (im Bild links) nach hinten über den Bootsboden gerutscht ist. Es sieht so aus, als ob der Schwertschlitz über dem Bootsboden etwas breiter ist als im unten zu sehenden Schlitz selbst. Und die Halterung könnte ein paar Millimeter darüber nach hinten verschoben sein. (das muss ich nochmal vor Ort untersuchen - heute wird das nix mehr - irgendwie ist ja auch Familienfeierei...) Wenn das so ist, dann muss ich entweder versuchen, das Schwert soweit nach vorne zu bewegen, dass es durchs Loch fällt, oder mit einem Multitool die Öffung etwas erweitern. Trotzdem scheint die Mimik völlig festgerostet zu sein - auch beim Schraubenloch oben sieht man keinen Zwischenraum zwischen Halterung und Schwertkasten. Irgendwelche Tips, wie ich das Schwert rausbekomme? Mit Bohrhammer unten an der Halterung herumhämmern, damit sich der Rost löst? Von oben durch den Mastfuss mit einem Rundeisen stochern? Mit einem Stück Bandsäge von unten rund um die Halterung herumstochern, um den Rost wegzukriegen? Tja, das waren die Fragen, die mir durch den Kopf gingen... Nächster Tag... Heute ging's weiter. Mit kräftig hämmern, rütteln, rappeln, etwas aufholen und fallen lassen, rappeln.... Wie oben beschrieben sass das Schwert in der Führung auf dem Boots-Boden, weil innen etwas Hohlraum ist. Diese störende Kante habe ich mit dem Multitool erstmal weggesägt, damit die Schwerthalterung ohne Probleme nach unten durchfallen konnte. Tat sie aber nicht freiwillig. Nach rund einer Stunde rappeln,rütteln, usw. hat sich das Schwert immerhin fast 5 mm nach unten bewegt - hurra! Aber auch nur deshalb, weil ich immer wieder mit einem dicken Schraubenzieher ganz vorne zwischen Edelstahlvorbau *) und Rumpf herumgedrückt hatte. Ohne diese Herumstocherei ging gar nichts. Im Laufe der Zeit kam das Schwert (mit Rütteln, Stochern, Hämmern ...) immerhin soweit raus, dass ich vorne in diesen Edelstahlvorbau einen Gabelschlüssel reinstecken konnte, den ich als Widerlager benutzen konnte, um zwischen Rumpf und Gabelschlüssel mit einem dicken Schraubenzieher die Schwerthalterung herunterzuhebeln. *) Zur Info: diesen Edelstahlvorbau hat nicht jedes Schwert! Nach 5 Stunden sah es dann so aus: für grosses Bild hier klicken Man erkennt die Hilfskonstruktion am Edelstahlvorbau: vorne guckt ein Stück Rundstahl heraus, das weiter hinten mit der roten Rohrzange im Vorbau gehalten wird. Über dieses Stück Rundstahl habe ich mit Schraubenzieher, Meissel, und immer dickeren langen Holzbalken diesen Vorbau nach und nach gegen den Rumpf heruntergehebelt. Alles andere (rappeln usw.) nützte gar nichts. Zwischendurch musste ich noch das Schiff mit ein paar weiteren Paletten etwas höher aufbocken, weil das Ganze nur funktionierte, wenn das Schwert frei hängen konnte. Ein Rollwagen drunter, damit das Schwert beim Runterlassen nach hinten fahren hätte können, brachte nichts - das Ding ist so schwer, dass da nichts rollt. Und nachdem der Edelstahlkasten draussen war, ging der Rest sehr schnell; ohne weitere Probleme kam der Rest auch raus. Also - bei mir war dieser Edelstahlkasten an der Halterung schuld, dass es klemmte: für grosses Bild hier klicken Die rostigen Flacheisen der Halterung werden auch das Ihre dazu beigetragen haben, aber der Hauptschuldige war dieser Kasten. Man sieht an den senkrechten Streifen, wie die Bleche flächig im GFK-Schwertkasten geklemmt haben. Man musste dieses Ding mit aller Kraft heraushebeln, sonst wäre das Schwert nicht rausgekommen. Ich bin froh, dass mein neues Schwert diesen Kasten nicht hat. Nächster Tag... Heute bekam ich Verstärkung. Mit drei "starken Männern" und Zuhilfenahme aller verfügbaren technischen Hilfsmittel wurde das Schwert, das zu diesem Zweck auf einer Palette aufgebockt wurde, eingebaut. Ich (als bandscheibengeschädigter Invalide) stand oben auf Deck und führte das Schwertfall mit, während die Mannschaft unten mit einem Scherenhubwagen (boah - haben wir nicht dolle Geräte?) das Schwert in den Rumpf hochschob. So ein Teil sollte jeder haben, der ein Schwert einbauen will :-D Vorsichtshalber hatten wir die Nut im Rumpf und die Flacheisen der Halterung mit einem Sanitärgleitmittel eingeschmiert. Zwischen Schwert und Palette legten wir noch eine Holzleiste, weil das Schwert ja etwa 2 cm tief in die Nut eingeführt werden musste. Das Einführen des zusammengeklappten Schwertes funktionierte gut. Ein wenig musste ab und zu korrigiert werden, damit das Schwert auch genau in die Führung flutschte, aber es ging ohne Probleme und klemmte auch nicht. Die Befestigungssschraube musste ich mit Klopfen und Drehen etwas überreden, weil die Bohrungen nicht so ganz genau übereinander lagen. für grosses Bild hier klicken Auf dem Bild ist das Schwert noch auf der Palette abgespannt, damit es nicht umfällt, diese Leinen wurden beim Einführen nach und nach entfernt. Das Schwertfall wurde an das alte Fall getaped und vor dem Einführen nach oben durchgezogen. Fertig! Viele Grüße Reinhard PS: mein Fazit: Ich kann nur jedem empfehlen, sich entweder sofort ein Schwert aus Edelstahl einbauen zu lassen oder rechtzeitig (meine AVALON ist jetzt 8 Jahre alt) vorsorglich das Schwert, sofern es aus normalem rostenden Stahl ist, regelmäßig für eine Entrostung und Auftragen eines Rostschutzes komplett auszubauen. Der aufblühende Rost klemmt die Halterung in der Führung ziemlich fest; schlimmer ist es, dass sich durch den Rost die Messingrollen verklemmen und dann das Aufholen und fieren des Schwertes mit dem Schwertfall immer schwerer geht. Das beschriebene Problem, dass der Ausbau sehr schwer ging, ist bei mir primär auf den Edelstahlvorbau zurückzuführen, der aber nicht bei allen Schwertkonstruktionen vorhanden ist. Auch ist nicht sicher, dass es mit diesem Vorbau schwer gehen muss; bei mir klemmte es eben - von Lutse (baugleiches Schiff) wurden diese Probleme nicht berichtet. Positiv ist festzuhalten, dass das Schwertfall selbst und die Befestigung vermutlich noch lange gehalten hätten. Auch die Messingrollen selbst haben recht gut gehalten. Nur - wenn auch schon eine davon festrostet, dann merkt man das... Und - ganz wichtig: Lasst Euch ab Werk sofort ein Inspektionsloch für die Schraube/Mutter einbauen (falls nicht sowieso vorhanden), die die Schwerthalterung hält. Das Loch muss so groß sein, dass eine 30'er Nuss (oder eine entsprechende Größe) mit Knarre (!) gut angesetzt werden kann[addsig]




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